Bluthochdruck: die unterschätzte Gefahr

„Herz unter Stress“ lautete der Themenschwerpunkt des Straubinger Herztages

Bluthochdruck: die unterschätzte Gefahr

Auf rund 100 000 Schläge kommt das Herz an einem Tag. Da kann die lebenserhaltende Pumpe gelegentlich schon mal aus dem Takt geraten. Ursachen können entweder Stress, Bluthochdruck oder Cholesterin sein. Wie sich das auf das Herz auswirkt und was man dagegen tun kann, das waren die entscheidenden Themen, die beim Straubinger Herztag am Montagabend in der AOK erörtert wurden.

Die Deutsche Herzstiftung veranstaltet alljährlich im November eine Aufklärungskampagne zur Herzschwäche, die in Straubing von der AOK, dem Klinikum St. Elisabeth, der Klinik in Bogen, dem Ärztlichen Kreisverband, der Vhs und der Gemeinschaftspraxis Steiner Thor mitgetragen wird. AOK-Direktor Georg Kagermeier begrüßte die Gäste und erklärte, der Herztag sei ein fester Bestandteil in der langjährigen Tradition der AOK-Vorträge.

Bürgermeisterin Maria Stelzl sprach von Warnzeichen, die der Körper gibt, und Elke Mehr von der Deutschen Herzstiftung verwies auf vier Themenhefte, die heuer neu aufgelegt wurden und Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Cholesterin behandeln.

Prof. Dr. Sebastian Maier, Chefarzt der II. Medizinischen Klinik am Klinikum St. Elisabeth, übernahm an diesem Abend zusammen mit Dr. Dionys Daller, Chefarzt Innere Medizin an der Klinik in Bogen, die Moderation. Die erste Referentin war Dr. Regine Langer-Huber von der gleichnamigen Praxis, die über „Die Bedeutung von Stress und Umwelt“ informierte. Die Medizinerin und Stadträtin berichtete über Stress am Arbeitsplatz und zählte die Ursachen auf, die Stress hervorrufen können. Die körperlichen und seelischen Folgen von beruflichem Stress können auch Folgen für das Herz haben wie hoher Blutdruck, Diabetes mellitus, steigende Cholesterinwerte und koronare Herzkrankheiten.

Über die Bedeutung von Blutdruck und Puls sprach Prof. Dr. Christian Zugck, Invarsivkardiologie Klinik Bogen und Internistische Gemeinschaftspraxis Steiner Thor. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Menschen und in Deutschland auch zu den häufigsten Todesursachen. Die Gründe für hohen Blutdruck sind nicht immer bekannt, die üblichen Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholgenuss und Übergewicht können allerdings dazu beitragen. Auch die Folgen wie Schlaganfälle, Nierenerkrankungen oder Sehbeeinträchtigungen sowie Herzmuskelverdichtungen wurden von dem Mediziner angesprochen. Fazit: Bluthochdruck ist eine unterschätzte Gefahr und kann tödlich enden.

Dr. Christian Baier von der Kardiologischen Praxis am Klinikum St. Elisabeth (MVZ) informierte über die Bedeutung von Cholesterin und Zucker. Diabetes, hohes Cholesterin – was tun? Etwa jeder dritte Deutsche zwischen 18 und 79 Jahren hat zu viel Cholesterin im Blut, erklärte Dr. Baier. Ein zu hohes Cholesterin stellt einen Risikofaktor für Erkrankungen der Gefäße dar. Mögliche Folgen einer sich entwickelnden Arterienverkalkung sind Herzinfarkt und Schlaganfall. Der Körper versucht die Cholesterinwerte möglichst konstant zu halten. Wer viel davon mit der Nahrung aufnimmt, produziert selbst weniger. Enthält die Nahrung sehr wenig Cholesterin, produziert die Leber selbst mehr davon, so die Erklärung.

Zu viele gesättigte Fettsäuren und Cholesterin in der Nahrung lassen den Cholesterinspiegel im Blut steigen. Statine gehören zur Therapie der ersten Wahl, sie sind sicher und effektiv. Am Ende wurden noch Fragen aus dem Publikum durch die Mediziner beantwortet.