Heute ist Welt-Hepatitis-Tag

Dr. Huber

Auch am 28. Juli, dem Welt-Hepatitis-Tag, sterben nach Schätzung der Deutschen Leberhilfe cirka 4 000 Menschen weltweit an Hepatitis. „Durch Impfung oder Behandlung könnten heute viele dieser Menschenleben gerettet werden“, erklärt Dr. Martin Huber, Facharzt für Innere Medizin und Vorstandsmitglied im Ärztlichen Kreisverband Straubing. Problematisch ist vor allem, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass sie sich mit Hepatitis infiziert haben. Der diesjährige Welt-Hepatitis-Tag steht unter dem Motto „NoHep – für eine Welt ohne Hepatitis“.

Hepatitis ist eine Lebererkrankung, die zur Zerstörung des Organs führen könne und durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann: Virusinfekte, Autoimmunerkrankungen, vererbte Lebererkrankungen oder Giftstoffe wie Alkohol und Medikamente. Mediziner unterscheiden bei der Viralen Hepatitis sieben verschiedene Arten, von Hepatitis A bis Hepatitis G. Die Typen A, B und C kommen am häufigsten vor.

Hepatitis A verbreitet sich über infizierte Nahrung oder Wasser. Es gibt eine Impfung gegen Hepatitis A, aber es gibt keine spezifischen Medikamente. Diese Art von Hepatitis heilt in den meisten Fällen spontan aus.

Hepatitis B wird übertragen über infiziertes Blut und andere Körperflüssigkeiten wie zum Beispiel Speichel oder Sperma. Hepatitis B heilt meist von selbst, kann allerdings auch chronisch werden. Chronische Hepatitis B wird mit virushemmenden Medikamenten und mit Arzneimitteln behandelt, die das Abwehrsystem stärken. Es gibt jedoch eine Impfung, die den Körper immun gegen das krankheitsauslösende Virus macht. Hepatitis C verbreitet sich ausschließlich über Blutkontakt. Für diesen Typ gibt es keine Impfung. Die Krankheit wird mit virushemmenden Medikamenten und Arzneimitteln behandelt, die das Abwehrsystem stimulieren.

„Hepatitis ist eine heimliche Krankheit“, erläutert der Internist Dr. Martin Huber, „zu Beginn bemerkt man nicht oder kaum, dass man sich mit dem Hepatitisvirus infiziert hat.“ Erst in einem späteren Stadium entstehen Beschwerden. Diese lassen jedoch häufig nicht direkt auf Hepatitis schließen: Müdigkeit, Muskelschmerzen, Fieber und allgemeines Unwohlsein.

Eine unbehandelte Leberentzündung kann ernste Folgen mit sich bringen. „Doch Hepatitis kann gut vermieden werden“, betont Dr. Huber. Besonders Risikogruppen, wie beispielsweise Ärzte und Pflegekräfte, Menschen mit wechselnden sexuellen Partnern oder Reisende in Risikogebiete sollten sich präventiv gegen Hepatitis impfen lassen.

Wichtig ist vor allem auf Reisen eine sorgfältige Nahrungsmittelhygiene. Leitungswasser, Eiswürfel, Rohkost und ungekochte Meeresfrüchte sind mit Vorsicht zu genießen. Zur Vorbeugung einer Leberentzündung soll auf übermäßigen Alkoholgenuss verzichtet werden.

Außerdem ist körperliche Hygiene sehr wichtig. Hepatitis B ist eine der meist übertragenen Geschlechtskrankheiten. Bei einem Verdacht auf Hepatitis soll auf alle Fälle unverzüglich die Hausärztin oder der Hausarzt aufgesucht werden.