Lebensbedrohlich, aber gut behandelbar

Renommierte Mediziner referieren beim Herztag über die Herzschwäche

Auf großes Interesse stieß der Straubinger Herztag in der AOK. Thema des Herztages waren die Herzschwäche und ihre Erkennung und Behandlung. Hunderttausend Mal schlägt das menschliche Herz täglich, 40 Millionen Mal im Jahr. Da kann eine Herzschwäche durchaus fatal werden.

Direktor Georg Kagermeier begrüßte am Montagabend neben den Medizinern auch Oberbürgermeister Markus Pannermayr und Elke Mehr von der Deutschen Herzstiftung. Er sieht den Straubinger Herztag durchaus als eine Institution bei den Gesundheitsvorträgen, die von seinem Haus, dem Ärztlichen Kreisverband und der Volkshochschule veranstaltet werden. Hinzu kommt beim Herztag noch die Deutsche Herzstiftung. 45 000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an Herzschwäche, gab der AOK-Direktor zu bedenken.

OB Pannermayr, regelmäßiger Gast bei den Gesundheitsvorträgen und Schirmherr der Veranstaltung, appellierte an das Publikum, sich verstärkt um das Herz zu kümmern, denn ein gesundes Herz bedeute auch Lebensqualität. Und wenn wirklich mal was fehlt, sieht der OB die Region medizinisch sehr gut aufgestellt. Elke Mehr skizzierte kurz die Arbeit der Deutschen Herzstiftung. Sie finanziert sich ohne staatliche Unterstützung und ohne Werbeeinnahmen.

Prof. Dr. Sebastian Maier, Chefarzt der II. Medizinischen Klinik am Klinikum St. Elisabeth, übernahm an diesem Abend die Moderation. Dr. Dionys Daller, Chefarzt der Inneren Medizin der Klinik in Bogen und Kardiologe im Facharztzentrum Bogen, betonte in seinem Vortrag, an Herzschwäche litten in Deutschland rund 1,6 Millionen Patienten, sie sei die dritthäufigste Todesursache. Bei 80 Prozent der Patienten sei Herzschwäche die Folge einer Einengung der Herzkranzgefäße oder des Bluthochdrucks. Zellgifte wie Alkohol oder Drogen täten ein Übriges. Daller sprach zudem Untersuchungsmöglichkeiten und notwendige Operationen an.

Medikamente, Defi und Schrittmacher

Welche Medikamente bei Herzschwäche eingesetzt werden können, erläuterte Dr. Christoph Günther vom Facharztzentrum am Klinikum St. Elisabeth, Fachbereich Kardiologie. Mit diesen Medikamenten könne die Sterblichkeit verringert werden, wie in umfangreichen Studien festgestellt worden sei. Durch regelmäßige Einnahme könne durchaus auch ein Krankenhausaufenthalt vermieden werden.

Welche Techniken bei Herzschwäche helfen können, erklärte Prof. Dr. Sebastian Maier. Herzschrittmacher oder implantierte Defis schützten durchaus vor einem plötzlichen Herztod. Defibrillatoren werden zur Behandlung von zu schnellen Herzrhythmusstörungen implantiert, sie könnten allerdings ein krankes Herz nicht heilen. Schrittmacher sind elektrische Impulsgeber, die den Herzschlag künstlich stabilisieren.

Was in einem Notfall bei Herzschwäche zu tun ist, hörten die Besucher von Andreas Pöschl, dem Oberarzt der Inneren Medizin an der Klinik in Bogen. Er sprach die Ursachen für akute Herzschwäche an und zeigte Maßnahmen wie die Herzlungenwiederbelebung oder Thoraxkompressionen. Sei ein Defi vorhanden, sollte man die Anweisungen durch das Gerät befolgen. Alle Defistandorte in Straubing seien in einer Karte dargestellt. Es sei sinnvoll, sich theoretisch mit diesen Geräten zu befassen, so der Mediziner.

Aktuelles

Eine große Medizinerrunde sprach am Straubinger Herztag 2017 zu einer großen Zahl von interessierten Zuhörern (v.l.) Dr. Andreas Pöschl, Dr. Dionys Daller, AOK-Direktor Georg Kagermeier, Dr. Regine Langer-Huber, Elke Mehr von der Deutschen Herzstiftung, Prof. Dr. Sebastian Maier, Dr. Christoph Günther und Schirmherr OB Markus Pannermayr.

Sport verbessert Überlebenschancen

Stadträtin Dr. Regine Langer-Huber, Ärztin am Facharztzentrum, Fachbereich Kardiologie, in Straubing und in der Praxis Dres. Huber/Langer-Huber in Straubing gab einen Ausblick, wie das Leben bei festgestellter Herzschwäche weitergeht. Studien hätten ergeben, dass Herzsport auch bei Herzschwäche nicht gefährlich sei, sondern sogar die Überlebensrate verbessere. Jedoch sollte ein Training niemals ohne ärztlichen Rat begonnen und die Belastbarkeit zuvor beim Kardiologen getestet werden, erklärte Langer-Huber, die die Straubinger Herzsportgruppen empfahl.