Maximal schnell im Kampf gegen Herzinfarkt

Herzinfarktnetz Niederbayern-Mitte verbessert Versorgung – Spende für EKG-Telemetrie

Mit einer Spende der Freunde der Stadt Straubing wird das Herzinfarktnetz Niederbayern-Mitte die EKG-Telemetrie vom Rettungsdienst in die Klinik weiter vorantreiben. Den Anstoß hierfür hatte die Gesundheitsregion Straubing plus gegeben.

Nach der Spendenübergabe am Mittwochabend zog der Chefarzt der II. Medizinischen Klinik und Initiator des Herzinfarktnetzes Niederbayern-Mitte, Prof. Dr. Sebastian Maier, vor rund 60 Ärzten und Rettungsdienstmitarbeitern im Klinikum St. Elisabeth ein positives Resümee über vier Jahre Herzinfarktnetz Niederbayern-Mitte. Dank der optimierten Versorgungsabläufe sei die Überlebenswahrscheinlichkeit mit guter Lebensqualität für Herzinfarkt-Patienten deutlich gebessert.

Vom Einsatzwagen in die Klinik

Die EKG-Telemetrie sei ein wichtiger Mosaikstein, um die Behandlungszeiten von Herzinfarktpatienten zu verkürzen, sagte Prof. Maier. Mit 12-Kanal-EKGs könne schon am Einsatzort und während des Krankentransports ein EKG nicht nur geschrieben, sondern auch gleich vom Einsatzwagen in die Klinik gefunkt werden.

Dies steigere die Zahl der Direktübergaben der Patienten im Herzkatheterlabor mit sofortiger Wiedereröffnung des Herzkranzgefäßes. In Straubing würden 85 Prozent der Herzinfarkt-Patienten direkt ins Herzkatheterlabor übergeben.

Die Spende der Freunde der Stadt Straubing in Höhe von 1440 Euro werde vom Herzinfarktnetz an die Hilfsorganisationen weitergegeben, die sie zur Verbesserung der Infrastruktur der EKG-Übertragung investieren, betonte Prof. Maier, Leiter der Arbeitsgruppe Telemedizin bei der Gesundheitsregion plus. Zusammen mit Oberbürgermeister Markus Pannermayr und Dr. Albert Solleder von der Steuerungsgruppe der Gesundheitsregion plus hatte Prof. Maier bei den Freunden der Stadt Straubing den Antrag gestellt, die Telemedizin aus dem Rettungswagen in die Klinik für Herzinfarktpatienten zu unterstützen.

Seit 2007 existiert ein deutschlandweites Projekt zur Qualitätsverbesserung in der Herzinfarktversorgung mit dem Namen FITT-STEMI. In 55 Herzinfarkt-Netzwerken mit bisher circa 30  000 behandelten Patienten konnte laut Prof. Maier innerhalb von zehn Jahren gezeigt werden, dass sich die Versorgung der Patienten aufgrund der engen Zusammenarbeit verbesserte.

 

Schneller als der Durchschnitt

Dies gelte auch für das 2013 gegründete Herzinfarktnetz Niederbayern-Mitte. Verglichen mit den anderen 54 Herzinfarkt-Netzwerken gehört es in vielen Punkten zu den Besten. Prof. Maiers Fazit: „Wir sind deutlich schneller als der Durchschnitt.“

Dem Herzinfarktnetz Niederbayern-Mitte gehören neben dem Klinikum St. Elisabeth, den Kliniken Bogen und Mallersdorf auch die Rettungsdienste Malteser und Rotes Kreuz sowie Notärzte und die Integrierte Leitstelle an. Dass die Region mit der Gründung des Herzinfarktnetzes ihrer Zeit vier Jahre voraus ist, freut Prof. Maier besonders: In den aktuellen Leitlinien der europäischen Herzgesellschaft würden Herzinfarktnetzwerke erstmals detailliert beschrieben und gefordert.

Aktuelles

Dr. Martin Kreuzer (Mitte), Vorsitzender der Freunde der Stadt, überreichte an Chefarzt Prof. Dr. Sebastian Maier (3.v.r.) einen Scheck über 1  440 Euro, um die EKG-Telemetrie im Herzinfarktnetz Niederbayern-Mitte in der Gesundheitsregion plus voranzutreiben. Mit im Bild (v.l.) Dr. Albert Solleder von der Steuerungsgruppe der Gesundheitsregion, Stadträtin Dr. Regine Langer-Huber, Chefarzt Dr. Dionys Daller und Andreas Pöschl, beide von der Klinik Bogen.