Schnelle Hilfe im Notfall

Trotz modernster Methoden in der Kardiologie erleiden immer noch rund 70 000 Personen jährlich in Deutschland einen plötzlichen Herztod. Die schnelle Anwendung eines Defibrillators erhöht die Überlebenschance erheblich. Die Metzgerei Sandbiller in Hunderdorf hat einen automatischen externen Defibrillator zentral zwischen dem Ladengeschäft und der Gastwirtschaft installiert. Das Gerät ist während der Öffnungszeiten für die Bevölkerung im Notfall öffentlich zugänglich. Es hat rund 1 200 Euro gekostet. Wie Dr. Regine Langer-Huber, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie in Straubing, bei der Einführungsschulung von Roswitha und Adi Sandbiller und ihrem Team ausführte, riefen die beiden Rotary-Clubs „Straubing“ und „Straubing-Gäuboden“ 2005 das Defibrillator-Projekt ins Leben. Die Initiative hatte Frau Dr. Langer-Huber mit dem Internisten-Kardiologen und Chefarzt der Klinik Bogen, Dr. Daller, gestartet. Private Unternehmen, Banken, Arztpraxen und Apotheken, Straubinger Tagblatt, Oberbürgermeister, Landrat und Bundestagsabgeordneter, Rittersaal, Theater, Tierpark und viele mehr kauften oder bekamen Defibrillatoren und wurden mit ihren Teams jährlich von den Kardiologen geschult. Die Schulungsgelder werden wieder für neue Defibrillator-Geräte verwendet. Rund 110 Defibrillatoren konnten auf diese Weise installiert werden. Die Fachärztin zeigte die Anwendung des Defibrillators gerade für Laien auf. Im Falle eines Herzinfarkts immer notwendig sei die Herzdruckmassage, ganz gleich ob ein Defi zum Einsatz kommt oder nicht. Es gilt schnell, aber nicht hektisch zu handeln. „Man kann nichts falsch machen, außer man hilft überhaupt nicht“, sagte Dr. Langer-Huber. „Eine kürzlich auf dem Kardiologenkongress vorgestellte aktuelle Statistik zeigt aber, dass leider nur 30 Prozent wirklich helfen.“ – Bild: Adi und Roswitha Sandbiller (Vierte und Fünfter von links) mit ihrem Team, das von Dr. Regine Langer-Huber (Dritte von links) und Dr. Heinrich Miller (Sechster von links) geschult wurde.

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