Vorsorge ist besser als Nachsorge

Beim Gesundheitsvortrag der AOK drehte sich diesmal alles um den Darm

AOK-Direktor Georg Kagermeier freute sich über den guten Besuch des Straubinger Darmtags. Darmkrebs sei bei Männern die dritthäufigste Tumorerkrankung – bei den Frauen gar die zweithäufigste, sagte er. Und Vorsorge kann Leben retten. Nie war dieser Satz wichtiger als bei Darmkrebserkrankungen. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, gibt es nahezu 100-prozentige Heilungschancen. Die Referenten des Abends waren Dr. Martin Huber, Facharzt für Innere Medizin und Prof. Dr. Robert Obermaier, Chefarzt in der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Minimalinvasive Chirurgie mit Proktologie am Klinikum St. Elisabeth.

Mit dabei waren auch Johann Ertl als Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes und Josef Pömmerl von der Selbsthilfegruppe Deutsche ILCO. Divertikulose des Darms – eine Volkskrankheit: So – ganz ohne Fragezeichen – hatte Dr. Huber seinen Vortrag überschrieben. Als Darmdivertikel werden Ausstülpungen der Darmschleimhaut bezeichnet, erklärte er darin. Die Divertikel sind meist harmlos, können aber auch zu starken Beschwerden führen, wenn sie sich entzünden. Sind zahlreiche solcher Darmdivertikel vorhanden, sprechen Mediziner von einer Divertikulose.

Aktuelles

Sie hatten alle viele Informationen für die Gäste des Darmtages in der AOK-Direktion (v.l.): Prof. Dr. Robert Obermaier, Josef Pömmerl, AOK-Direktor Georg Kagermeier und Dr. Martin Huber.

Dr. Huber sprach die nichtbeeinflussbaren Risikofaktoren wie Alter und Genetik und die beeinflussbaren Risikofaktoren Ernährung, Körpergewicht und körperliche Aktivitäten an. Auch Medikamente können durch ihre Nebenwirkungen Einfluss nehmen und das Risiko verstärken. Ballastreiche Kost, Bewegung, ausreichend Flüssigkeit trinken (Wasser) und Normalgewicht können dazu beitragen, der Entstehung von Darmdivertikeln vorzubeugen.

Prof. Dr. Obermaier begann seinen Vortrag bei der Nachsorge, die ebenso wichtig wie die Therapie ist. Krebs sei in Deutschland eine Erkrankung des Alters. Allerdings seien die meisten Krebspatienten älter als 65 Jahre. Die moderne Medizin schaffe es aber, dass die Todesfälle durch Krebs rückläufig sind, meinte Prof. Obermaier. Durch die rechtzeitige Vorsorge-Untersuchung nehmen Darmkrebs-Erkrankungen ebenfalls ab. Ziel der Medizin sei die Früherkennung, um Darmkrebs erfolgreich behandeln zu können.

Dann stellte der Mediziner das Darmzentrum am Klinikum St. Elisabeth vor, welches im Ranking der Deutschen Krebsgesellschaft und mit seiner Behandlungsqualität einen vorderen Platz unter den 253 Darmkrebszentren in Deutschland einnimmt. Prof. Obermaier untermauerte mit unabhängigen Zahlen den Erfolg des Straubinger Zentrums. Dieses ist ein Zusammenschluss anerkannter Fachexperten des Klinikums St. Elisabeth, spezialisierter niedergelassener Ärzte und weiterer versierter Behandlungspartner mit einem großen Netzwerk, dessen Ziel es ist, die ganzheitliche patientenorientierte, moderne und erfolgreiche Therapie von Tumoren des Verdauungstraktes in den Mittelpunkt der medizinischen Bemühungen zu stellen. Ernährungstipps und Informationen zu Darmkrebs gab es vor der Veranstaltung durch die Selbsthilfegruppe ILCO mit Josef Pömmerl